LIMIT - Das Musical

Mittwoch, 19. Januar 2011

Vorbei?!

Es ist erst ein paar Stunden her, dass wir Applaus bekommen haben, dass wir uns in den Armen gelegen haben, dass wir zusammen gesungen haben, zusammen getanzt haben, zusammen gespielt haben.
Ich kann mir ein Leben ohne das alles kaum mehr vorstellen... Wie in einem Traum fühlt es sich an, der noch nicht vorbei ist.
Spring ich aber nochmal an den Anfang:
Die erste Probe... Ich komme in die Aula und sehe ganz viele wildfremde Menschen. Die einzigen Leute, die ich kenne sind Sandra und Christian. Das Team stellt sich vor. Noch weiß niemand, worum das Stück handelt. Die ersten Warm-Up-Übungen werden erklärt, die mit Skepsis und großer Zurückhaltung ausgeführt werden, die ersten paar Verse von der Hochzeit werden gesungen.
Letzte Probe vor den Sommerferien: Das Team nimmt uns alle genauer unter die Lupe... Eine Choreo von Denise, Vorsingen und eine kurze Szene mit gegebenem Thema. Die Anspannung ist bei allen zu spüren.
Erste Probe nach den Ferien: ROLLENVERGABE! Ich komme wieder in die Aula, die weiterhin mit vielen noch sehr Unbekannten gefüllt ist. Die ersten Rollen werden vergeben. Viktoria wird als Paula aufgerufen. Wer ist Viktoria? Als ich das kleine, liebe Mädchen hab stehen sehen, ist sie mir das erste Mal aufgefallen. Eine unglaubliche Ausstrahlung. Und so ging es mir bei vielen weiteren. Dejana, Vanessa, Marieke, um nur ein paar zu nennen. (Zu dem Zeitpunkt kannte ich wie gesagt noch nicht viele... aber keine Sorge: den Rest von euch vergesse ich schon nicht!) Ein erstes Kennenlernen in den Gruppen.
Proben später (irgendwann zwischen Sommer- und Herbstferien): Mittlerweile hab ich ein paar Leute kennengelernt. Die kleine, überdrehte Laura, die (anfangs in meinen Augen noch) eingebildete Lina und die ruhige Anna. Jannik findet nur die Musikschule in Langenberg und Mike sitzt auf der anderen Seite der Erde in Neuseeland. Die Proben laufen. Noch ist jeder dabei sich seine Rolle zu überlegen. Es gab sehr lustige Themen (Hochzeit und Club), aber auch Aufgaben zum Nachdenken (Traumfrau und Liebesbrief).
Weitere Proben später (zwischen Herbst- und Winterferien): Die Proben laufen auf Hochtouren. Erste Szenen zeichnen sich ab, Verhältnisse werden klarer und die Gruppe wächst zusammen, aus Bekanntschaften werden Freundschaften. Sonderproben bringen die verschiedensten Leute weiter. So auch die Probe mit Mike, Marieke und mir. Es fängt harmlos an, um am Ende die wohl emotionalste Impro zu spielen, die ich jemals mitgemacht habe. Leo und Tristan sind kurz davor, sich die Köpfe einzuschlagen. Für beide bricht eine Welt zusammen. Anna verliert, was sie vorher versucht hat zu retten. BOAH, war das hart! Bei den Proben lerne auch ich die Leute immer besser kennen. Sie werden von Unbekannten zu Bekannten, von Bekannten zu Vertrauten und von Vertrauten zu Freunden. Wie zum Beispiel die drei liebenswerten Blanks. Nina, Kristin und Laurie. Die Lieder werden langsam auswendig mitgesungen, die Szenen werden zurecht geschnitten, der Text wird gelernt.
Die beiden letzten Proben vor den Winterferien:
Freitag: Ach du Scheiße! In einem Monat ist Premiere! Viele können ihre Texte noch nicht. Die Café-Szene ist ein heilloses Durcheinander und die Mehrstimmigkeit in den Liedern fehlt.
Samstag: Ach du Scheiße! Es funktioniert ja doch! 8 Stunden Probe. Konzentriert. UND! auf einmal sehen wir die erste Hälfte! Zwar nicht perfekt. aber vollständig! Das Team ist stolz. Und so sind wir es auch. Das einzige Problem: Eine Woche Ferien!
Erste Woche im Forum: Mittlerweile kenne ich sie alle: Die drei Nathalies, Marie, Alanis, Anika, Lea,Julia O, Sammy, Mimi, Jessi, Sophie, Isabell, Annika (Ja), Nina (Ja), Lisann, Tim, Nicolai, Rhena, Kira, Julia, Lina R., Nina (Club), Julius, Nina H, Tabea, Manuel, Helen und Larissa. Die Szenen werden immer besser, der Gesang wird auch besser und auch der 2. Teil kommt in die Puschen.
Zweite Woche im Forum: Immer mehr Leute von der Presse kommen. Die Aufregung steigt. Die Szenen funktionieren, die Lieder stimmen. Das Orchester und wir sind uns noch uneinig...
Dritte Woche im Forum: Endlich! alles klappt. Bühne frei, Vorhang auf, Licht an zur Generalprobe. FAST alles läuft rund.
Vorpremiere: Nach der wirklich erfolgreichen Generalprobe kommen nun die geladenen Gäste der Sparkasse. Und wir haben alle auf die Beine gehoben, als sie uns zum Abschluss bejubelten.
Premiere: Wieder: ein begeistertes und sichtlich mitgerissenes Publikum. Auf gehts zur Premierenfeier. Die Band spielt, das Buffet wird kleiner und Lina (mittlerweile nicht mehr so eingebildet) immer betrunkener. Ein super Abend!
Sonntag und Dienstag: Alle wirken müde. Krankheiten und Kreislauf machen uns zu schaffen. Trotzdem rocken wir auch diesemale das Forum.
Mittwoch, Dermiere, Gestern: Ein letztes Mal der Energiekreis, ein letztes Mal konzentrieren. Und ein letztes Mal die Bühne gerockt! Und dann, der Moment, den niemand will. Es heißt Abschied nehmen. Tränen fließen nur so in Bächen. Anschließend nochmal ins Flux, um noch einmal auf das Team (Ute, Denise, Claudia Maske, Klaudia Gaderobe, Rebecca, Pia, Bora und Aylin) und die super Leistung von uns und dem Orchester anzustoßen.
Ja, ein Traum. Jetzt fließen auch bei mir die Tränen. Aber es sind keine Tränen vor Trauer, sondern vor Freude. Freude über das was wir geschafft haben, Freude über die vielen lieben Facebookposts und Freude über die schönste Zeit, die ich mit euch verbringen durfte. Da fällt mir eine Sache ein: Ich möchte nicht mehr schlafen, denn kein Traum kann so schön sein, wie die Momente, die ich mit euch verbracht habe! Es ist jetzt halb 3. Seit über einer Stunde schreibe ich schon. Aber ich habe Angst zu schlafen, weil ich weiß, ich wache auf und gehe zurück in den Alltag. Und halte den Traum in bester Erinnerung, auf das ich bald nochmal anfangen darf zu Träumen. Mit euch!

von Olly

Dienstag, 18. Januar 2011

Abheben


Are you ready for take off?
Die Kritiken in der Zeitung, die jubelnden Menschen, Emails, Facebook, angesprochen werden... zwischendurch erscheint mir das alles so unwirklich.
Und dann sitze ich in der Lichtregie hoch über der Bühne, ein fast schalldichter Raum - weit weg von allem.
Unten verabschiedet sich Anna von Paula zum vorletzten Mal... und Paula behauptet sich gegen ihre Oma und ein Sog zieht mich in die Welt von LIMIT... ganz real wird mir schwindelig von den Gefühlen auf der Bühne. Jetzt kenne ich das alles schon auswendig und lasse mich doch immer wieder an die Hand nehmen von Paula, Erna, der Kommissarin, Anna, Paul, Emiliy, Charlotta, Tristan, Leo, Marie, Jenna, Robby... und all den anderen...
Morgen dürfen wir noch mal! Take off!!!

Montag, 17. Januar 2011

Unsichtbar

Noch eine Stunde bis zum Auftritt. Die Müdigkeit der Premierenfeier steckt noch in den Knochen, aber jetzt muss alles laufen.
Aus dem Headset dröhnt ein Rauschen. Schon wieder hat das Ding eine Störung, aber abschalten ist nicht, sonst kriegt man die wichtigsten Kommandos nicht mit. Vielleicht fehlt irgendwo noch ein Requisit, vielleicht braucht jemand hinter der Bühne noch was.
Das Foto von Anna suchen. Hoffentlich hat nicht schon wieder einer "aufgeräumt". Doch, alles klar - da ist es. Es muss in Ernas geheime Kiste.
Der Tisch mit den Requisiten ist dafür nicht aufgeräumt worden. Nachdenken. Was wird als erstes gebraucht.
Die Darsteller kommen immer wieder auf die Nebenbühne. Die Nervosität macht sich breit. Nur nicht aus der Ruhe bringen lassen.
Wer ist heute eigentlich mit im Team... noch schnell eine Probe für den Vorhang... "Du musst ihn weit genug aufziehen". Aber das schwierige ist das zumachen... Noch 10 Minuten bis zum Auftritt.
Hoffentlich sind dieses Mal alle leise hinter der Bühne. Vom ewigen "Psst" sagen, kriegt man ne ganz trockene Kehle...
In der Intercom wird es endlich lebendig... sind alle auf ihrem Posten? Licht? Ton? Projektion? Dirigent? Züge? Vorhang? Die Darsteller?
Erna und Paula gehen auf ihren Platz.
Ach, der Block für Erna und Anna muss noch hingestellt werden.
Aus dem Kopfhörer kommt von allen ein Go!
Im Saal wird es dunkel.
Aus der Interkom kommt ein "Achtung für..." und dann "Licht und Vorhang".
Ab jetzt wird es stressig... Aber das macht nichts.
Es ist schön gebraucht zu werden.
Schade nur, dass man das Stück nie zu sehen bekommt.
Aber den Posten verlassen? - Nein!!! Das geht nicht! Das Stück muss laufen und ohne uns läuft nix, auch wenn wir unsichtbar sind.
(für Sandra und Erik und all die anderen unsichtbaren Helfer - Danke!!)

Samstag, 15. Januar 2011

Elektrisches Gefühl!!

Premiere! Rausch! Applaus! Zugabe! Alles fliegt! Leben! Party! Limit!
Was für ein Tag... wir haben 650 Menschen an die Hand genommen und sie zum Sehen verführt. Und sie sind mit uns gekommen. Einfach so.
Nee... nicht einfach so... 8 Monate proben, schreiben, tanzen, singen, musizieren, üben, filmen, bauen, denken, leiden, feiern, verwundert sein, verunsichert, mutig, stolz...
Danke!!

Vorpremiere

Bis zur letzten Sekunde beschäftigt sein, kann auch helfen.
Auch wenn der Anlass nicht schön ist. Wir mussten die Vorpremiere ohne Lea, Lisann und Tim machen! Das hieß für alle umlernen. Wie gut, wenn man einen vielseitig begabten Assistenten und einen guten Backgroundchor hat.
Das Ensemble gleicht den Rest aus.
Die Traurigkeit und das Mitgefühl für die Erkrankten begleiten uns auf die Bühne.
Und dann kommt doch noch das Lampenfieber.
Das Licht im Saal erlischt. Die Musik setzt ein. Auf der Bühne Erna und Anna in der Vergangenheit und Erna und Paula in der Gegenwart... der Zauber beginnt.
und selbst wenn sich zuvor einer der geladenen Gäste noch geärgert hat, dass er in diesem Neujahrskonzert keine Profis zu sehen bekommt... keiner konnte sich dem Zauber entziehen.
Am Ende tönte ein "Bravo" durch die Reihen.
Ich stehe hinter dem Ensemble... höre den Applaus, spüre die Wärme, weiß, sie kommt nicht von den Scheinwerfern... Und heute ist Premiere!!

Donnerstag, 13. Januar 2011

Generalprobe


Was für ein Tag ist heute?? Im Forum verschwinden Zeit und Raum. Kaum war der Sommer da und mit ihm die Rollenverteilung, oder der Herbst, wo Denise und ich den Boxkampf in meiner kleinen Wohnung ausprobiert haben, da haben wir Januar und Generalprobe.
Trotz Krankheitsausfällen eine unglaublich gute Probe...
Ja, natürlich sind ein paar Dinge schief gelaufen. Einige sogar richtig dolle... oder was machte ein Herz mitten im Stadtpark?!
Aber es gab auch ganz unglaubliche Momente.
Und die "Premierenhelfer", die zuschauen durften, waren offenbar sehr angetan.
Was passiert dann, wenn alles glatt läuft?!
Was passiert, wenn Paula keine Magenschmerzen hat oder Paul nicht schwindelig ist und Karl fit wie ein Turnschuh?! Wenn alle Texte, alles Licht und auch der Ton an der richtigen Stelle ist?! Ich wage es kaum, darüber nachzudenken.
Morgen ist Vorpremiere! Mir stockt der Atem - jetzt schon.
Jetzt müssen nur alle wieder gesund werden und bleiben... dann... ja dann... Nee, das sag ich jetzt lieber nicht...
Morgen!

Mittwoch, 12. Januar 2011

Wer braucht Schlaf?


Nach der zweiten Hauptprobe gibt es überhaupt keine Zweifel mehr, dieses Ensemble ist einmalig. Grippe, Heiserkeit, Vorhang-Probleme - na und?! Wir spielen! Wir spielen auch im Dunkeln! Wir spielen mit und ohne Ton!
Und nun bin ich so aufgekratzt, dass ich nicht mehr schlafen kann. 2.00 Uhr nachts, gleich um 6.30 Uhr klingelt der Wecker wieder. Na und?! Was macht das schon, solange ich morgen - nein heute! - mit diesem Ensemble eine Generalprobe haben darf!!